Mein erster Monat in der Fundación

Ich heiße Carolin, bin 18 Jahre alt und arbeite für ein Jahr als Freiwillige in der Fundación Hedwig y Robert Samuel in San José, Costa Rica. Seit einem Monat bin ich nun hier und kann schon etwas berichten:

Als mir die Fundación am ersten Tag gezeigt wurde, war ich beeindruckt von der Atmosphäre hier. Alles wirkt ordentlich und strukturiert, die Auszubildenden sind super höflich und diszipliniert. Eine Uniform und Auszubildende, die ihre Ausbildungsstätte selbst reinigen – das kannte ich aus Deutschland nicht.

Mein Spanisch kann ich schnell verbessern, weil sowohl Mitarbeiter als auch Auszubildende geduldig langsam mit mir reden und mir neues Vokabular erklären. Besonders beim Mittagessen entstehen interessante Gespräche. Ich kann beobachten, mit welcher Energie die Auszubildenden ihre neue Chance hier wahrnehmen. Im Unterricht „Desarollo Personal“ (Persönlichkeitsentwicklung), in den ich mit der Dozentin Karen gehe, reflektieren sie sich selbst und lernen alles für ihre Ziele zu geben…und sie haben so einige. Der eine will 3 Kinder haben und der beste Vater werden, die andere möchte Ärztin werden, die andere Informatik studieren. Die Ausbildung ist für sie nach dem Abschluss in der Fundación nicht beendet, sie zeigen viel Ehrgeiz. Sehr schön zu sehen ist, dass für viele die Motivation vor allem ihre Familie ist.

Im Englischunterricht, besonders in dem der „Administrativos“, sehe ich, mit welchen geringen Englischkenntnissen sie die Schule verlassen haben und wie sie hier nun schnell Fortschritte machen. Ich freue mich darauf, sie mehr beim Englischlernen unterstützen zu können. Bisher helfe ich noch relativ wenig im Unterricht und sitze eher in den Klassen, um zuzuhören und zu beobachten. Dafür habe ich zusätzliche Aufgaben im organisatorischen Bereich, das heißt ich helfe an der Rezeption, wenn ich gebraucht werde. Z.B. habe ich Dokumente archiviert und bei der Zusammenstellung der neuen Lehrbücher geholfen.

Ein Höhepunkt war das „convivio generación 2017/2018“. Wir sind dafür einen Tag in die Berge von Cartago gefahren. Es gab einige Spiele, Vorträge und am Ende wurden den Auszubildenden Geschenke und Post, die sie sich zuvor gegenseitig schreiben konnten, überreicht (Siehe Bild: Prof. Karen ruft die Auszubildenden auf). Außerdem wurde das Gewinnerteam nach allen absolvierten Stationen wie Sackhüpfen, Mumienwickeln, Rätselraten und Wasserbombentransport geehrt. Der Jahrgang 2017/2018 ist nun für drei Monate im Praktikum und feiert im Dezember den Abschluss.

Ich habe meine Uniform erhalten, trage meine Samuel ID-Card und habe sogar einen Schreibtisch in Karens Büro, sodass ich mich mittlerweile wirklich integriert fühle. Ich bin gespannt, wie sich meine Aufgaben weiterentwickeln und strenge mich weiterhin an, mein Spanisch zu verbessern.

Was ich sagen wollte

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